75 Jahre NWDSB - Die Chronik des Bezirksschützenverbandes Elbe-Weser-Mündung e.V.

Screenshot 2026 10 28 102115In diesem Monat stellt sich der Bezirk Elbe-Weser-Mündung vor und berichtet von seiner Geschichte in unserer Reihe "75 Jahre NWDSB".

Bezirksschützenverband Elbe-Weser-Mündung e.V.

Bezirksschützenverband Elbe-Weser-Mündung – Chronik zum 75-jährigen Jubiläum 

Die Idee, die Schützenvereine und Schützengesellschaften im Raum Elbe-Weser unter  einem gemeinsamen Dach zusammenzuführen, war keineswegs neu. Bereits am 24. und  25. Februar 1935 wurde ein Verband mit dem Namen „Kreis Elbe-Weser-Mündung“ gegründet. Dieser wurde dem für die Region zuständigen Landesverband „Gau Nordsee“ zugeordnet. 

Zu den Gründervätern dieses ersten Zusammenschlusses gehörten W. Anders, S.  Bahlsen und H. Hey aus Bremervörde sowie der Schützenbruder Ring aus Rotenburg.  Damit wurde bereits Mitte der 1930er-Jahre ein Gedanke verwirklicht, der auch viele Jahre  später noch Bestand haben sollte: die Schützenvereine der Region miteinander zu  verbinden, ihre gemeinsamen Interessen zu vertreten und den Schießsport über die  Grenzen des einzelnen Vereins hinaus zu fördern. 

Doch die weitere Entwicklung wurde durch die politischen Ereignisse jener Zeit jäh  unterbrochen. Der noch junge Kreis gehörte – wie zahlreiche andere Verbände, Vereine  und Organisationen – dem Nationalsozialistischen Reichsbund für Leibesübungen  (NSRL) an. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde dieser und damit auch die ihm  angeschlossenen Organisationen im Jahr 1945 durch den Alliierten Kontrollrat verboten.  Die zuvor geschaffenen Strukturen bestanden damit nicht fort. 

Es sollte einige Jahre dauern, bis die Idee eines überregionalen Zusammenschlusses  wieder aufgegriffen wurde. Im Januar 1951 luden engagierte Schützenbrüder zur  Gründung des Bezirksschützenverbandes Elbe-Weser-Mündung ein. Eine besondere  Rolle spielte dabei erneut der Schützenbruder Heinrich Hey. Wie bereits bei der Gründung  des Landesverbandes wenige Tage zuvor, war er auch bei der Entstehung des  Bezirksschützenverbandes maßgeblich beteiligt. 

Der Neubeginn war zunächst von überschaubaren Verhältnissen geprägt. Nur eine kleine  Zahl von Schützenvereinen und Gesellschaften aus dem Raum Elbe-Weser schloss sich  dem neu gegründeten Bezirk an. Doch der Schützenwesen entwickelte sich in den  folgenden Jahren dynamisch. Die Mitgliederzahlen stiegen, immer mehr Vereine  organisierten sich im Deutschen Schützenbund (DSB) und fanden damit zugleich ihren  Platz im Bezirksschützenverband. 

Mit der Gründung des Bezirksschützenverbandes entstand auch eine erste  Untergliederung in Schützenkreise. Den Anfang machte der Schützenkreis Zeven, dem  zunächst sechs Vereine angehörten. Die Aufteilung in Schützenkreise sollte es  ermöglichen, die Arbeit vor Ort zu organisieren und gleichzeitig die Verbindung zum  übergeordneten Bezirk zu stärken.

Ein weiterer wichtiger Schritt folgte im Jahr 1956 mit der Wiedergründung des  Schützenkreises Bremervörde. Nach alten Unterlagen hatte dieser bereits seit 1934 bestanden. Auch die Vereine dieses Schützenkreises schlossen sich dem  Bezirksschützenverband an und trugen damit zum weiteren Wachstum und zur Festigung  der Verbandsstrukturen bei. 

Im Jahr 1959 trat der Schützenkreis Land Hadeln, der bereits 1954 wiedergegründet  worden war, geschlossen dem Bezirksschützenverband bei. Damit weitete sich das  Verbandsgebiet weiter in Richtung Unterelbe aus. Eine besondere Entwicklung nahm im  Jahr 1972 ihren Anfang: Aufgrund der besseren Verkehrsanbindung schloss sich der VfL  Fosite Helgoland dem Schützenkreis Land Hadeln und damit zugleich dem  Bezirksschützenverband an. Auch diese Verbindung zeigt, dass der Schützenverband  schon früh über die unmittelbare Festlandregion hinauswirkte. 

Im Raum Neuhaus–Lamstedt dauerte es bis zum Jahr 1966, ehe man sich entschloss,  einen eigenen Schützenkreis unter dem Dach des Deutschen Schützenbundes zu  gründen und damit ebenfalls dem Bezirksschützenverband beizutreten. So wuchs das  Verbandsgebiet Schritt für Schritt weiter und erhielt zunehmend die Strukturen, die seine  Arbeit bis heute prägen. 

Eine weitere Veränderung erfolgte im Jahr 1973. Aus den Vereinen, die zuvor aus dem  Schützenkreis Land Hadeln ausgeschieden waren, gründete sich der Schützenkreis  Cuxhaven. Damit entstanden neue organisatorische Strukturen innerhalb des Bezirkes,  die den Entwicklungen und Bedürfnissen der Mitgliedsvereine Rechnung trugen. 

Viele Jahre später kam es erneut zu einer Neuordnung: Im Jahr 2011 bildete sich aus den  Schützenkreisen Cuxhaven und Land Hadeln der neue Schützenkreis Unterelbe. Damit  entstand eine Struktur, die bis heute Bestand hat. 

Heute umfasst der Bezirksschützenverband Elbe-Weser-Mündung die vier  Schützenkreise Bremervörde, Zeven, Neuhaus-Lamstedt und Unterelbe. Im  Jubiläumsjahr 2026 gehören dem Bezirk insgesamt 94 Schützenvereine und  Schützengesellschaften mit insgesamt 18.123 Mitgliedern an. 

Damit verbindet der Bezirk heute eine große und vielfältige Gemeinschaft von  Schützinnen und Schützen aus der gesamten Elbe-Weser-Region – getragen von der  gemeinsamen Tradition, dem sportlichen Schießen und dem ehrenamtlichen  Engagement in den Vereinen.

Die Geschichte des Bezirksschützenverbandes Elbe-Weser-Mündung ist eng mit  zahlreichen Persönlichkeiten verbunden, die sich über Jahrzehnte hinweg weit über die  Grenzen ihrer eigenen Vereine hinaus für das Schützenwesen engagierten. 

Bereits in der Gründungszeit des Bezirkes sind Gerhard Müller vom Schützenverein  Spreckens und Heinrich Hey von der Schützengesellschaft zu Bremervörde besonders  hervorzuheben. Müller wurde zum ersten Präsidenten des Nordwestdeutschen  Schützenbundes (NWDSB) gewählt. Hey war maßgeblich an dessen Gründung beteiligt  und wurde zu einem der stellvertretenden Präsidenten gewählt. 

Auch in den folgenden Jahrzehnten übernahmen Schützen aus dem Bezirk wichtige  Aufgaben im NWDSB. Harry Richter vom Schützenverein Oese war über viele Jahre  dessen Geschäftsführer. Jonny Otten vom Schützenverein Sandbostel war zunächst  Landesjugendleiter und führte den NWDSB anschließend von 1997 bis 2019 als  Präsident. Sein Nachfolger Frank Pingel war zuvor seit 2015 Vizepräsident und stand dem  Landesverband von 2019 bis 2025 als Präsident vor. 

Doch nicht nur die organisatorische Entwicklung gab dem Schützenwesen in der Region  wichtige Impulse. Auch sportliche Erfolge rückten den Schießsport weit über die Grenzen  der heimischen Vereine hinaus in den Blickpunkt. 

Besonders hervorzuheben sind hierbei die Bremervörder Schützen Bernd Klingner und  Peter Kohnke, die bei den Olympischen Spielen in Rom 1960 und in Mexiko 1968 sportliche Erfolge erzielen konnten. Ihre Leistungen waren nicht nur ein herausragender  persönlicher Erfolg, sondern zugleich ein wichtiger Impuls für den Schießsport in der  Region.

Screenshot 2026 10 28 102115Das Wappen des Bezirksschützenverbandes Elbe-Weser-Mündung e.V. 

Das Wappen des Bezirksschützenverbandes Elbe Weser-Mündung e.V. zeigt im Zentrum die Cuxhavener Kugelbake, das Wahrzeichen an der  Elbmündung und steht als Symbol für Orientierung,  Standhaftigkeit und Zusammenhalt. Umrahmt wird sie von einem goldenen Lorbeerkranz, der für Stärke, Beständigkeit und die lange Schützentradition steht. Die Zielscheibe am unteren Rand symbolisiert die gemeinsame Leidenschaft: Den Schießsport.

Das Präsidium des Bezirksschützenverbandes Elbe-Weser-Mündung e.V.

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Von links nach rechts: 3. Präsident Sascha Denz, 2. Präsidentin Renate Viebrock, Jugendsportleiter Lars Busch,  Sportleiterin Ute Siems, Stellvertretender Geschäftsführer Finanzen Tristan Ahlers,  Geschäftsführerin Finanzen Liesa Michaelis, Schriftführer Heino Böttjer,  Damensportleiterin Melanie Bockhorn, Präsident Thomas Brunken 

Es fehlt: Stellvertretender Geschäftsführer Verwaltung Torsten Höpke 

 

Die Präsidenten des Bezirksschützenverbandes Elbe-Weser-Mündung e.V. 

1951 – 1956 Konrad Koch SG Bremervörde 

1956 – 1969 Gerhard Müller SV Spreckens 

1969 – 1975 Charles Ibisch Cuxhaven 

1975 – 1976 Walter Tantzen SV Zeven 

1976 – 1984 Kurt Bauda SG Gnarrenburg 

1984 – 1986 Kurt Dembski Cuxhaven 

1985 – 2004 Harry Richter SV Oese-Poggemühlen 

2004 – 2006 Otto Wöhlert Cuxhaven 

2006 – Heute Thomas Brunken SV Köstersweg

 

 

 

Bericht und Bilder: Bezirk Elbe-Weser 

 

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